Du has(s)t Nachbarn? Behalte diese 7 Punkte im Hinterkopf

Egal, ob Du im eigenen Haus oder in einer Mietwohnung lebst: um Nachbarn kommst Du meist nicht herum. Tu Dir selbst einen Gefallen und behalte diese 7 Punkte im Hinterkopf – ganz gleich, ob Du Deine Nachbarn liebst oder hasst:

Punkt 1: Leben ist auch nachts gestattet

Um 23 Uhr noch schnell die Bohrmaschine auspacken und das Regal anbringen, das schon seit Wochen im Flur steht? Das kann den Nachbarn zu Recht stören! Denn das gehört sicher nicht mehr zur gewöhnlichen Lebensführung. Aber vom Extremfall abgesehen: Auch nachts kann und darf man leben. Das heißt Du darfst kochen, duschen, baden und auch (in Zimmerlautstärke) Musik hören – ganz nach Belieben. Rücksichtnehmen ist jedoch angebracht. Davon ist bei einer ausgiebigen, stundenlangen Dusche nicht mehr zu reden.

Die Ruhezeiten, in denen eine stärkere Rücksichtnahme sinnvoll ist, können regional unterschiedlich sein. In der Regel pendeln sie sich bei 22-6 Uhr nachts und tagsüber bei 13-15 Uhr ein. Übrigens: Auch Babygeschrei müssen Nachbarn untereinander hinnehmen. Sogar während der Ruhezeiten. Schließlich ist das ein Teil der ganz natürlichen Entwicklung.

Doch was man nachts darf und was nicht, hat in Bezug auf Lärm eindeutige Grenzen:

Punkt 2: Nachbarn sind wichtige Partygäste

Geburtstagsfeier: Typischer Fall, kommt pro Person jährlich einmal vor und wird meist musikalisch untermalt. Ab 22 Uhr gilt aber auch hier: Zimmerlautstärke. Unabhängig davon, ob Du die Nachbarn mithilfe eines Zettels „…ich bitte um Verständnis“ vorgewarnt hast. Das ist zwar freundlich, im Ernstfall ändert das aber nichts daran, dass die Ruhezeiten gelten.

Die Musik kannst Du natürlich ganz einfach leiser stellen. Aber wie sieht es mit Deinen Gästen aus? Viele Menschen machen viel Lärm, und die Gespräche müssen ja auch noch die Musik übertönen. Damit Deine Nachbarn gar nicht erst auf die Idee kommen, sich über lärmenden Besuch zu beschweren – z.B. auch auf dem Flur oder im Treppenhaus – gibt es eine einfache Lösung: Lade Deine Nachbarn zum Fest ein!

Punkt 3: Musikgeschmäcker sind verschieden

Musizieren ist ein beliebtes Hobby und es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen – man muss auch üben dürfen. Leider wird nicht jeder Hobbymusiker mit der Zeit auch besser. Und auch die Wahl des Instruments ist Geschmackssache. Ob Dir nun die Qualität oder der Stil der Darbietung missfällt: da musst Du durch. In der Regel gelten 2 bis 3 Stunden (außerhalb der Ruhzeiten) als zumutbar.

Punkt 4: Grillgenuss ist nicht jedermanns Sache

Raus aus dem Haus, direkt ins Freie: So mancher Nachbar produziert Gerüche, die anderen stinken. Vor allem beim Grillen im Sommer. Genau dann, wenn auch die Nachbarschaft die Wärme auf dem Balkon oder im Garten genießt. Holzkohlegrills erzeugen eine Menge Rauch, aber zumindest das Grillen mit einem Elektro- oder Gasgrill, die maximal Würstchen- oder Gemüseduft aussenden, sollte Deine Nachbarn nicht stören. Oftmals regelt eine Hausordnung, wie oft und wie lange gegrillt werden darf.

Punkt 5: Englischer Rasen ist auch in Deutschland in

Sobald die ersten Sonnenstrahlen auf das frische Grün treffen, hört man sie schon von weitem: Rasenmäher. Wenn Dein Nachbar sich einen englischen Rasen wünscht, darf er diesen gerne zurechtstutzen. Auch wenn Du lieber Deine Ruhe hättest. Allerdings sollte der Rasenmäher in Wohngebieten mindestens zwischen 20 und 7 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen ausgeschaltet bleiben (§ 7 Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung).

Geräuschlose Handarbeiten am Rasen sind übrigens rund um die Uhr erlaubt – und schließlich sind das Säen, Bewässern und Unkraut jäten für einen richtigen englischen Rasen mindestens ebenso wichtig. Für manche gehört die Gartenarbeit einfach dazu, wie für den Schwaben die Kehrwoche. Wo wir gerade dabei sind:

Punkt 6: Dem Schwaben die Kehrwoche…

Je nachdem, wo Du wohnst, warten eventuell ganz besondere Gepflogenheiten auf Dich: Im Schwäbischen zum Beispiel die wöchentliche Kehrwoche. Und auch die Mülltrennung ist von Landkreis zu Landkreis anders geregelt. Gibt es vielleicht auch ungeschriebene Haus-Gesetze, die die Deko und Schuhe im Treppenhaus regulieren? Oder die Park-Gewohnheiten in der Straße und im Hof? Oder die Annahme von Paketen? Informiere Dich am besten direkt, was für Dein neues Heim gilt, dann sind auch die Nachbarn zufrieden.

Punkt 7: Es wird nie so heiß gegessen, wie gekocht wird

Natürlich landet nicht jeder Nachbarschaftsstreit gleich beim Anwalt. Viele Uneinigkeiten lösen sich schon durch ein persönliches, sachliches Gespräch zwischen den betroffenen Nachbarn. Suche das Gespräch möglichst frühzeitig und bleibe höflich und ruhig. Manchmal hilft auch eine neutrale Person als Schlichter. Gemeinsam findet Ihr sicher eine Lösung, mit der beide Seiten leben können. Schließlich wollt Ihr vermutlich beide dasselbe: Entspannt und ohne Stress im eigenen Zuhause leben.

Adam Riese Tipp:

Wenn der Streit mit dem Nachbarn unerträglich wird und persönliche Gespräche nicht helfen, gibt es auch noch die Möglichkeit der Mediation, bevor das Gericht die letzte Anlaufstelle bietet. Bei der Adam Riese Rechtsschutzversicherung ist die außergerichtliche Schlichtung (Mediation) bis 3.000 € abgedeckt.

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