Hund oder Beruf? So wird aus dem „oder“ ein „und“

Morgens frische Luft und eine Kuscheleinheit, mittags eine ausgedehnte Runde in der Natur, abends gemeinsam die Beine vertreten, zwischendurch mit Spielen geistig auslasten: Ein Hund fordert viel Zeit. Und viele Jobs lassen das nicht zu. Wir zeigen Dir Wege auf, wie Du einem Vierbeiner trotz Vollzeit-Stelle die Aufmerksamkeit und Betreuung schenkst, die er braucht. Damit für Dich aus „Hund oder Beruf“ ein „Hund und Beruf“ werden kann:

Weg 1: „Chef, ich würde gerne die Mitarbeitermotivation erhöhen – ganz ohne Zusatzkosten“

Vielleicht solltest Du Deine Argumentation pro Bürohund etwas feinfühliger einleiten. Unbestritten bleibt aber: Den eigenen Hund mit ins Büro zu bringen nützt auch Deinem Arbeitgeber.

  • Gutes Arbeitsklima:
    Ein vierbeiniger Kollege am Arbeitsplatz verbessert nachweislich die Arbeitsatmosphäre.
  • Stärkere Arbeitgebermarke:
    Es gibt Mitarbeiter, die sich aufgrund der Hundefreundlichkeit für bzw. gegen einen Arbeitgeber entscheiden.
  • Wenige Krankheitstage:
    Dem Wissenschaftler Randolph T. Barker zufolge senken fellige Kollegen das Stresslevel – in Zeiten von Burnout ein ernstzunehmendes Argument.
Also: Hund ins Büro und alle sind glücklich… Nein, so einfach geht es nicht. Natürlich müssen auch die Voraussetzungen stimmen, bevor Dein Chef den vierbeinigen Besuch mit gutem Gewissen erlaubt:
  • O.K. von Kollegen: Für Kollegen, die unter einer Hundephobie oder einer Allergie leiden, ist ein Bürohund eine Zumutung. Sind sie dagegen, ist das eher ein „K.O.“.
  • Betreuung des Hundes: Eine kleine Ecke unter dem Tisch reich nicht aus. Der Büroalltag darf für den Hund keine Qual sein, deswegen braucht er einen Platz, um sich bei Bedarf zurückzuziehen, sowie Spielzeug und seinen üblichen Futter-Rhythmus. Auch die Gassi-Runden, am besten im Grünen, gehören zur nötigen körperlichen und geistigen Auslastung.
  • Regeln: Vor der „Anstellung“ des neuen Kollegen auf vier Pfoten solltest Du mit Deinem Arbeitgeber die Spielregeln vereinbaren. Klärt z.B., in welchen Räumen sich der Hund aufhalten darf und wie die Gassi-Zeiten mit den Arbeitszeiten zusammenpassen.
  • Eignung des Hundes: Manche Hunderassen eignen sich mehr für den Büroalltag, manche weniger – Golden Retriever gelten beispielsweise als freundlich, liebevoll und entspannt. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel! In jedem Fall sollte Dein Hund stubenrein sein und auf Kommandos hören.
  • Hundehalterhaftpflicht: Falls mit dem Hund im Büro der Instinkt durchgeht, solltest Du finanziell abgesichert sein.

Aber: Nicht jeder Chef hält die Argumente pro Bürohund für unschlagbar. Und manchmal hat man die Rechnung auch ohne den Vierbeiner gemacht – wenn es sich an Deinem Arbeitsplatz nicht wohlfühlt und zur Ruhe kommt, ist ein anderes Modell gefragt.

Weg 2: Was für Kinder klappt, klappt auch für Hunde

Dank der Digitalisierung nutzen immer mehr Menschen Homeoffice. Um Gleitzeit und Schichtarbeit lässt sich die Vierbeiner-Betreuung herumstricken. Aber: Es gibt auch Berufe und Arbeitgeber, die eine 8-Stunden-Anwesenheit am Arbeitsplatz voraussetzen. Wer zudem noch pendelt, kann auch nicht in der Mittagspause nach Hause, um mit der Fellnase ausgiebig über Stock und Stein zu spazieren. Aber auch dafür gibt es Lösungen: 

Der Hundesitter

Eine relativ flexible Alternative, auch für eine Ganztagesbetreuung, ist ein Hundesitter. Sie sind bei Bedarf täglich mit Deinem Vierbeiner unterwegs, während Du bei der Arbeit bist, manche springen auch spontan ein, wenn ein wichtiger Termin mit der gewohnten Gassi-Zeit kollidiert. Passende Kandidaten finden sich oft im privaten Umfeld: Geht vielleicht eine Nachbarin sowieso mit ihrem eigenen Hund Gassi und kann Deinen mitnehmen?

Natürlich haben so manche Hundehalter schon entdeckt, dass Hundebetreuung auch gewerblich funktioniert. Gegen Lohn betreuen sie Deinen Hund je nach Wunsch für eine aktive Gassi-Runde oder auch darüber hinaus, um sie mehrere Stunden zu fördern und zu fordern. Du solltest allerdings darauf achten, wie groß die Hunde-Gruppe ist und wie der Sitter mit Hunden umgeht. Hund und ‑sitter sollten sich „riechen“ können, damit Du Deinen Vierbeiner gut aufgehoben weißt. Praktisch sind Hundesitter, die in gewohnter Umgebung – bei Dir zu Hause – betreuen. Vielleicht findet sich ja in Deiner Verwandtschaft überraschend ein Hundeliebhaber, der in Frage kommt?

HuTa: Die Hundetagesstätte

Wenn Du eine Ganztagesbetreuung für Deinen Hund suchst, ist vielleicht eine Hundetagesstätte die Lösung. In gut ausgestatteten HuTas werden die Vierbeiner von fähigen Betreuern physisch und psychisch gefordert, sind in Gesellschaft anderer Hunde und ziehen sich bei Bedarf an ein ruhiges Plätzchen zurück. Für eine individuelle Betreuung dürfen es aber natürlich auch nicht zu viele Hunde sein. Du solltest bestenfalls bereits mit Deinem Welpen mit der „Eingewöhnung“ beginnen, tagsüber in einer anderen Umgebung zu sein. So lernen sie von klein auf, dass die HuTa und die Betreuer ein vertrauensvolles Umfeld sind, in dem sie sich entspannen können.

Übrigens: Sowohl die Kosten eines gewerblichen Hundesitters, als auch die Hundehalterhaftpflicht sind steuerlich absetzbar.

Also: Alle Wege führen zum Hund?

Wer seinen Hund zur Arbeit mitnehmen oder auf einen Hundesitter ausweichen kann, darf sich glücklich schätzen! Für diejenigen ist „Beruf und Hund“ realistisch – auch wenn sie nicht als Hundeführer mit einem Drogenspürhund arbeiten. Aber Vorsicht vor Pauschalisierung: natürlich spielen auch die Finanzen eine Rolle und ob Du „hunde-alleinerziehend“ bist. Außerdem macht es einen Unterschied, ob Du einen Welpen hast oder einen bereits ausgewachsenen Hund. Wie so oft hängt es von Deiner individuellen Lebenssituation ab, ob „Beruf und Hund“ zu vereinbaren sind. Aber die felligen Freunde, die oft auch mal für eine Kuscheleinheit gut sind, sind die Überlegung sicher wert.

Adam Riese Tipp

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